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Interessengemeinschaft Rechtsschutz für Pfarrerinnen und Pfarrer und Gewaltenteilung in der Kirche


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Ohne geistlichen Sinn

Ohne geistlichen Sinn und biblische Weisung
Kirchenrecht darf es nicht ohne Bindung ans Bekenntnis geben

Hans-Eberhard Dietrich
Veröffentlicht in: Kirchliche Zeitgeschichte Heft 2/2009, S.550ff.

Für Kirche ist es nicht gleichgültig, welche Werte sie ihrem Recht zugrunde legt. Die Tendenz der letzten Jahrzehnte ist unübersehbar: Das Kirchenrecht folgt, insbesondere, wenn es um die Versetzung von Pfarrerinnen und Pfarrern gegen ihren Willen geht, rein zweckmäßigen Erwägungen der Verwaltung. Das wäre hinnehmbar, wenn nicht die Ausklammerung der Theologie aus dem Kirchenrecht dienstrechtliche Regelungen hervorbringen würde, die an die Grundlagen der Kirche rütteln. Wenn evangelische Kirche aus dem Wort Gottes lebt, dann muss eine unabhängige Verkündigung gewährleistet sein. Das setzt voraus, den Inhaber, die Inhaberin des öffentlichen Predigtamtes einen adäquaten Rechtsschutz zu gewähren. Genau diesen Rechtsschutz unterläuft der Wartestand. Untersucht man die Bestimmungen des Pfarrerdienstrechts im Hinblick auf eine zwangsweise Versetzung, so kommt man zu dem Urteil, dass weder bei der Gesetzgebung noch bei der Fortschreibung der Gesetze in den letzten 60 Jahren ein Bezug zum Bekenntnis erkennbar ist. Dies ist um so erstaunlicher als seit Barmen (1934), insbesondere aber seit der Nachkriegszeit ein Konsens darüber besteht, dass das Kirchenrecht nicht ohne Bezug zum Bekenntnis stehen darf. Weder in der Theologie noch in der Rechtsgeschichte wurde dieses Defizit in den letzten 60 Jahren bemerkt. Deshalb muss diese Bindung wieder ins Bewusstsein rücken und seine Gültigkeit für das Pfarrerdienstrecht angemahnt werden. Geht es doch nicht um Allotria, sondern um die Ermöglichung einer unabhängigen Verkündigung der frohen Botschaft.
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